| Radiata Stories Review von WeavertheBeaver |
„Jack Russel“ klingt zwar wie der Name eines typischen Hollywood-Actionheldes, ist aber tatsächlich der Hauptcharakter des ungewöhnlichen
RPGs „Radiata Stories“ von Tri-Ace.
Once upon a time – Story + Setting
Der gute Jack will hoch hinaus, und das Spiel beginnt mit der Aufnahmsprüfung in den Orden der Radiata Ritter. Dort lernt er auch den gutmütigen Captain Ganz, und die
ebenfalls neue Rekrutin Ridley kennen. Im weiterem Verlauf der Handlung erfüllt Jack Missionen sowohl in Radiata, als auch in den umliegenden Landen, welche auch von gut
dargestellen Versionen der üblichen Mittelalter-Fantasy-Spezies (Elfen, Zwerge, Orks & Goblins) bewohnt werden. Die Story ist dabei großteils sehr leichtherzig und
humoristisch, zeigt dann aber vor allem gegen Ende vermehrt, dass sich unter der Slapstick-Oberfläche eine sehr emotionale Geschichte versteckt.
Sowohl Radiata, die große Stadt der Menschen, als auch die anderen kleinen Siedlungen, sind mit sehr viel Liebe fürs Detail gemacht. Die Stadtviertel passen zu den
vorherrschenden Gilden, die Straßen sind belebt, und jeder Bewohner ist einzigartig. Mehr als das: Jeder Charakter folgt seinem persöhnlichem Tagesablauf, abgestimmt auf
den fließenden Tag/Nacht Zyklus den das Spiel beinhaltet. Zeigt die Uhr 8:00, so wachen die einen vielleicht erst auf, während andere inzwischen bereits Morgensport
machen, oder ihre Läden aufsperren.
A friend in need, is a friend indeed! - Charaktere
Der viele Aufwand, der in die Charaktere gesetzt wurde ist nicht vergebens. Zu nahezu allen Personen im Spiel lassen sich Freundschaften knüpfen, wenn man bestimmte
Vorraussetzungen erfüllt, oder einfach nur am rechten Ort zur rechten Zeit ist. So sucht zum Beispiel ein Söldner seine Kontaktlinsen, eine Hexe Spendengelder, und ein
Dieb muss erst im Kampf besiegt werden, um in die Freundesliste aufgenommen zu werden. Der Sinn der Sache ist folgender: sämtliche Charaktere in der Freundesliste, können
in die Kampfgruppe aufgenommen werden (maximal Jack + 3 andere). Das Spiel bietet dadurch mit an die 170 NPCs sogar noch mehr Auswahl als Suikoden.
Leider lassen sich die NPCs werder im Kampf steuern, noch kann man ihre Ausrüstung oder Fähigkeiten ändern. Radiata Stories bietet eine Fülle aus einzigartigen
und distinktiven Charakteren auf Kosten des Partymanagements. Außerdem ist es nicht immer leicht herauszufinden, wie man wen zum Freund bekehrt, und dummerweise kann man bei
einigen sehr wichtigen Personen, die nötigen Voraussetzungen leicht verpassen.
Grab your sword, and fight the Horde! - Kampfsystem
Nur Jack lässt sich im Kampf und auf der Weltkarte steuern. Zusätzlich kann man ihn mit Äxten, Schwertern und Speeren ausrüsten, welche Alle verschiedene
Angriffe haben, die nach Belieben zu einem Combostring angeordnet werden können. Zusätzlich kann man Jack noch mit einem Partyskill, zwei Acessories und einer Rüstung
beglücken, wobei letztere sowohl in Kämpfen, als auch in Cutscenes sichtbar dargestellt werden.
Die Kämpfe verlaufen auf seperaten Kampfbildschirmen in Echtzeit, ähnliche Star Ocean 3 oder bestimmten „Tales of“-Spielen. Man kann Angreifen, Blocken, oder
eine Spezialattacke (die leider nur durch eine andere Waffengattung ändern lässt) auf den Gegner herabregnen lassen, und zusätzlich seine Gruppenmitglieder durch
Befehle und Formationen beeinflussen. Das kann ab und zu in Button-Mashing ausarten, aber in den meisten Fällen machen Kämpfe durchaus Spass, und notfalls kann man die
meisten Zufallskämpfe recht gut vermeiden.
Kick it like Beckham – Gameplay
Gemäß der üblichen J-RPG Normen, verbringt Jack einen Großteil des Spiels mit Kämpfen, NPCs anzusprechen, und seinen Besitz zu vermehren. Interessant ist
hierbei, dass wie bereits oben erwähnt, ein 24 Stunden Tageszyklus im Spiel existiert, und sowohl die Sonne, als auch das Monster und NPC-Verhalten sich danach orientiert.
Ein anderer hochinteressanter Punkt, ist Jacks Fähigkeit alles in Schrittweite zu treten. Dadurch lassen sich nicht nur Kisten öffnen und versteckte Items finden, man kann
damit NPCs auch so richtig auf den Zeiger gehen. Jeder NPCs im Spiel kann auf diese Weise zum Kampf herausgefordert werden (auch wenn einige dann lieber andere für sich
kämpfen lassen..), oftmals begleitet von köstlich amüsanten Dialogstücken.
Kampftechniken, Teamfähigkeiten und ähnliches werden mit der Zeit nach regelmäßigem Gebrauch erlernt. Taktiken und Befehle für seine Kampfgefährten
lassen sich durch Bücher aneignen.
Und wem das noch nicht reicht, den erwarten noch einige ausgesprochen lustige Sidequests, wobei diese allerdings durchaus zahlreicher hätten auftreten können.
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